Architektur


Architektur und Umweltplanung, das waren die Leitbegriffe, mit denen ich Anfang der 80er-Jahre meine selbstständige Berufstätigkeit als Architekt begann.

Auf Begriffe, wie Baubiologie, ökologisches Bauen oder dergleichen, wollte ich mich schon damals nicht festlegen lassen, denn mein Ökologiebegriff ging weiter, war umfassender, schloss neue Materialien, Technologien und moderne Gebäudenutzungen nicht aus.

Die Reduzierung der Bautätigkeit auf Einfamilienhäuser im Grünen mit Lehmputz, Holzwerk oder Naturharzöl war mir zu einseitig, zu einschränkend und, wie sich schnell herausstellte, kein realistischer Weg auf der Suche nach neuen Architektur- und Bauformen des 21. Jahrhunderts, die neben dem Wohnungsbau auch den Gewerbe- und Industriebau, Versammlungsstätten oder öffentliche Bauten einschließen.

Ähnliches gilt für mich für die heute stattfindende Fokussierung der Baudiskussion allein auf Fragen des Energiehaushaltes eines Gebäudes, auf die Einschränkung der Betrachtung und Bewertung von Architektur auf rein mess- und sichtbare bzw. ökonomisch relevante Zahlen und Daten.

Architektur ist mehr als die Summe verschiedener Einzeldisziplinen, ist mehr als die Addition von Projektentwicklung, Kostencontrolling, bedarfsgerechten Entwürfen sowie intelligenter Haustechnik und modernem Gebäudemanagement.

Vieles aus dieser Leistungspalette wird mittlerweile vor allem in technischen und sachbezogenen Bereichen von Fachleuten angeboten, die den Architekten scheinbar überflüssig werden lassen; in einigen dieser Disziplinen habe ich mich als Architekt weitergebildet und so mein Berufsfeld den heutigen Anforderungen entsprechend erweitert. Mit den genannten Fachleuten arbeite ich in Projektgruppen und Planungsgemeinschaften seit Jahren erfolgreich zusammen, aber in einem Metier werden wir Architekten gebraucht wie eh und je, eines, welches ausschließlich nur uns angeht:

"[...] das von originären Architekturen, von Raumzusammenhängen und Formgebungen, von der Architektur, die eben nicht nur Einzelaspekte umfasst, Einzelprobleme löst, sondern auch das Soziale, Emotionale, sowie das gesamte Spektrum unseres Kultur- und Ökologieverständnisses mit in die Planungen einbezieht."

Die vor einigen Jahren entstandene Diskussion unter dem Stichwort Nachhaltiges- bzw. Ganzheitliches Bauen hat einen Begriff (wieder) -belebt, der diese umfassende Sicht aller komplexen Vorgänge in der Architektur zum Ausdruck bringt und dem Architekten in seiner Steuerungs- und Regiefunktion des Gesamtkonzeptes wieder eine wichtige Rolle zuweist, die auch die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber mit einschließt.

Dieser Denk- und Handlungsweise fühle ich mich als Architekt seit Beginn meiner Tätigkeit verpflichtet.